Ergotherapie

  • Autor: Lars Wenk
  • Qualitätssicherung Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 28.10.2010
  • Artikel: 06.04.2010
  • © 2010 Gesundheitkompakt

Was ist Ergotherapie? Der Begriff „Ergotherapie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Werk-“ bzw. „Arbeitsbehandlung“.

Anders als in der Physiotherapie, bei der der Patient mit Hilfe manueller Techniken (Manuelle Therapie, Lymphdrainage, Krankengymnastik) und physikalischer Reize (Strom, Ultraschall) vom Physiotherapeuten behandelt wird, soll der Patient bei der Ergotherapie unter Anleitung des Ergotherapeuten selbst handeln und aktiv werden. Behandelt werden Menschen, die durch ein bestimmtes Ereignis (Unfall, Alter, Depression etc.) in ihrer Bewegung, ihrem Tagesablauf oder ihren psychischen Erlebnissen beeinträchtigt sind.

Ziel der Behandlung ist es, beeinträchtigte Funktionen zu verbessern, wiederherzustellen oder zu kompensieren. Dabei wird die größtmögliche Selbständigkeit in Berufs- oder Privatleben angestrebt. Die Anwendung von Hilfsmitteln aller Art soll zur optimalen Rehabilitation führen. Oft wird eine Kombination aus Ergo- und Physiotherapie eingesetzt, um den Behandlungserfolg zu erhöhen. Dabei wird die Ergotherapie meist als psychische und physische Vorbereitung auf eine anschließende Behandlung (z.B. Krankengymnastik am Gerät) eingesetzt.

Wie ist die Ergotherapie entstanden?

Die Grundlagen der heutigen Ergotherapie entstanden 1924. Hermann Simon entwickelte damals eine arbeitstherapeutische Maßnahme, um psychisch kranke Arbeiter zu unterstützen. Der heutige Beruf des Ergotherapeuten wurde ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts von amerikanischen Ärzten, Architekten, Krankenschwestern, Künstlern und Handwerkslehrlingen ins Leben gerufen. Die Berufsbezeichnung „Ergotherapeut“ existiert seit 1999. Mittlerweile ist diese Tätigkeit als Heilmittelberuf anerkannt. Abrechnungstechnisch darf ein Ergotherapeut auch Massagerezepte behandeln und abrechnen.

Wann wird die Ergotherapie eingesetzt?

Anwendung findet die Ergotherapie bei Patienten mit motorischen Beeinträchtigungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder einem Oberschenkelbruch. Ausgehend von den geänderten Voraussetzungen, soll der Patient die Bewegungsabläufe wieder lernen und trainieren.

Auch chronische Beschwerden, wie Rücken- oder Kopfschmerzen, können mit Hilfe eines Ergotherapeuten gelindert werden. Zudem werden viele Kinder mit Entwicklungsstörungen erfolgreich ergotherapeutisch behandelt.

Darüber hinaus wird die Ergotherapie in der Psychologie (z.B. bei Depressionen oder Suchterkrankungen) eingesetzt. Mit Hilfe des Ergotherapeuten können Patienten zum Beispiel ihre eigene Körperwahrnehmung verbessern und den eigenen Antrieb und Motivation erhöhen.

Ferner können ältere Menschen oder Menschen mit Demenzerkrankung ergotherapeutisch behandelt werden. Sie lernen dabei, sich so gut es geht im eigenen Alltag zurecht zu finden und dabei so wenig wie möglich auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Mehr zu den Themen Therapie, Suchterkrankungen
Relevante Behandlungsmethoden Ergotherapie

Werbung

Gesundheitsfragen zum Thema

Möchten Sie eine individuelle Gesundheitsfrage stellen?