Babyernährung

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. N. Schmidt
  • Überarbeitet: 02.08.2010
  • Artikel: 24.11.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Ein Baby wird gefüttert

©iStockphoto.com/Bennewitz

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Babys sind nach der Geburt noch nicht vollständig körperlich ausgebildet. Die Organe müssen sich nach der Geburt noch weiter entwickeln. Neugeborene haben daher noch ein sehr empfindliches Verdauungssystem.

Es dauert etwa ein Jahr, bis alle Nahrungsmittel vertragen werden können. Mutter- oder Säuglingsmilch aus dem Handel stehen daher in den ersten Monaten an oberster Stelle auf der Nahrungsliste.

Warum verträgt ein Säugling noch nicht alle Lebensmittel?

Bei einem Säugling können noch nicht alle Verdauungsenzyme gebildet werden. Zudem sind die Zellen der Darmschleimhaut noch durchlässig für größere Eiweißmoleküle, dadurch können Allergien ausgelöst werden. Ein Baby sollte über die Muttermilch nicht mit Nikotin, Koffein oder Alkohol in Berührung kommen, da die Leber noch nicht voll ausgebildet ist, um die Stoffe abzubauen. Außerdem braucht ein Säugling vor allem flüssige Nahrung mit wenig Eiweiß, da die Nieren den Flüssigkeits- und Eiweißhaushalt noch nicht effektiv steuern können.

Tipps zur Babyernährung

Die beste und ursprünglichste Form des Fütterns, ist das Stillen. Dies sollte so lange wie möglich beibehalten werden. Die Beikost sollte im ersten Lebensjahr möglichst spät eingeführt werden. Das Kind sollte dabei nicht mit zu raschen Veränderungen in der Nahrung überfordert werden. Es muss sich langsam an neue Lebensmittel gewöhnen. So sollte Schritt für Schritt ein Lebensmittel nach dem anderen eingeführt werden. Auf diese Weise kann das Verdauungssystem die neue Nahrung gemächlich annehmen.

Babys brauchen im ersten Lebensjahr auch Kalorien in Form von Fett. Sie sollten daher nicht fettarm ernährt werden. Sie wachsen außerdem nie wieder so schnell wie in diesem Jahr. Die Nahrung sollte in den ersten zehn Monaten möglichst einfach und natürlich sein, um Allergien vorzubeugen.Das Baby braucht einen regelmäßigen Rhythmus. Es sollte daher immer zur gleichen Zeit und am gleichen Ort gefüttert und gestillt werden.

Speiseplan für das erste Jahr

Bis zum sechsten oder siebten Monat sollte das Baby ausschließlich gestillt oder mit Säuglingsmilchnahrung aus dem Handel ernährt werden. Ab dem siebten oder achten Monat darf mittags von Zeit zu Zeit ein Gemüse-Fleischbrei gefüttert werden. Dieser Brei sollte anfangs aus Möhren, Kartoffeln, Fleisch, Apfelsaft und ein wenig Rapsöl bestehen. Nach einiger Zeit können auch andere milde Gemüsesorten ausprobiert werden.

Als nächstes kann ein Milch-Getreide-Brei die Abendmilch ersetzen. Dieser wird aus Kuhmilch, Reisflocken und Apfelsaft zubereitet. Als Zwischenmahlzeit ist ein Getreide-Obst-Brei zu empfehlen, der Weizen, Grieß oder Haferflocken, Obst, Butter und Wasser enthalten kann. Gegen Ende des ersten Lebensjahrs kann ein Kind zum Mitglied an der Familientafel getauft werden. Es kann nun die meisten Gerichte in mild gewürzter Form mitessen.

Fertignahrung oder selbst kochen?

Auf Fertignahrung sollte verzichtet werden, wenn sie wenig hochwertiges Fett und zu viel Zucker enthält. Fertigprodukte haben zudem oft einen Einheitsgeschmack. So kann sich der Geschmackssinn der Kleinen nicht weiterentwickeln. Selbst kochen ist günstiger und die Eltern können mitessen. Andererseits kostet es viel Zeit. Berufstätige Mütter bevorzugen daher oft Fertigprodukte. Dabei sollte auf allergenarme Zutaten und Bioprodukte geachtet werden.

Welche Nahrungsmittel bekommt das Baby?

  1.      Zucker braucht das Kind nicht. Er ist schädlich für die kleinen Zähne. Der Griff zur natürlichen Süße, wie in Obst ist ideal.
  2.     Fett in Form von Rapsöl oder kleinen Mengen Butter kann nach dem Kochen zum Brei dazu gemischt werden. Bitte keine kalt gepressten Öle verwenden.
  3.     Obst und Gemüse können jederzeit und am besten frisch und unbehandelt gegeben werden. Natürlich sollten sie anfangs püriert werden.
  4.     Rindfleisch, Lamm, Geflügel und Schwein sind wichtig für die Eisenversorgung und sollten püriert gegeben werden.
  5.     Brot kann nach dem ersten Lebensjahr gefüttert werden. Günstig ist Vollkornbrot mit hohem Roggenanteil.
  6.     Kuhmilch kann ab dem siebten Monat gegeben werden. Dabei sollte nur normale Frischmilch gewählt werden. Mit Käse, Jogurt und Quark sollte bis zum zehnten Monat gewartet werden.
  7.     Kartoffeln sind mild und als Brei immer gut für die Kleinen geeignet.
  8.     Es gibt speziell für Babys hergestellte Getreide-Babyflocken aus Reis oder Vollkorn.
  9.     Auf Gewürze sollte in den ersten zwei Jahren komplett verzichtet werden. Kräuter, wie Petersilie, sind sehr gut.
  10.     Als Getränk reicht Leitungswasser (kein gekauftes), das mit Babybrei gemischt wird. Dieses sollte in den ersten sechs Monaten abgekocht werden.
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