Billings-Methode

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 15.03.2010
  • Artikel: 10.09.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt

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Die Billings-Methode ist eine natürliche Empfängnisverhütungsmethode. Sie wurde 1953 vom australischen Ärztepaar Billings entdeckt.

Zur Durchführung werden täglich Menge und Struktur des Gebärmutterhalsschleims kontrolliert und ausgewertet. Dieser ändert sich im Laufe des Zyklus. Es bietet sich an (ähnlich der Temperaturmethode), einen Verhütungskalender zu führen, um täglich den Zustand des Schleims festzuhalten. Oft werden Billings- und Temperaturmethode zusammen angewendet.

Funktionsweise der Billings-Methode

Abhängig von der Phase des Zyklus, in der sich die Frau befindet, hat der Gebärmutterhalsschleim bestimmte Eigenschaften. Während der Menstruation bis einige Tage danach ist aufgrund des niedrigen Östrogens nur sehr wenig Schleim vorhanden. Der Östrogenspiegel nimmt anschließend zu und mit ihm die Menge des Schleims. Kurze Zeit vor und nach dem Eisprung ist besonders viel Schleim vorhanden. Abgesehen von der Menge sind auch das glasige Aussehen und die dicke Konsistenz für diese Zeit sehr charakteristisch. Der Schleim zieht Fäden. An diesen Tagen ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am höchsten. Etwa zwei bis drei Tage nach dem Eisprung nimmt die Menge des Schleims kontinuierlich bis zur Menstruation ab.

Vor- und Nachteile der Billings-Methode

Ein Vorteil der Billings-Methode ist, dass sie völlig natürlich ist. Es muss kein Medikament oder Fremdkörper verwendet werden, wodurch es zu keinen Nebenwirkungen kommen kann. Zudem ist diese Methode kostenfrei. Sie kann ferner im Falle eines Kinderwunschs jederzeit abgebrochen werden. Ein großer Nachteil ist die Unsicherheit dieser Verhütungsmethode. So können diverse Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten die Konsistenz und Menge des Gebärmutterhalsschleims beeinflussen.

Wie sicher ist die Billings-Methode?

Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit einer Fehleinschätzung, liegt die Sicherheit der Billings-Methode nach dem Pearl-Index bei 20. Dieser Wert beruft sich auf eine Statistik, in der 100 Frauen ein Jahr lang die Billings-Methode zur Verhütung angewendet haben. Von diesen 100 Frauen wurden 20 schwanger. Damit gilt die Billings-Methode als sehr unsicher. Mittlerweile gibt es in Apotheken auch technische Geräte, die die Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleims auswerten. Des Weiteren kann die Billings-Methode nicht vor sexuell übertragbaren Infektions- oder Geschlechtskrankheiten schützen. Deshalb sollte bei bestehendem Risiko ein Kondom verwendet werden.

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