Brandings

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 04.03.2019
  • Artikel: 08.09.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Mann mit Brandings am rechten Oberarm

©iStockphoto.com/OpenmindedE

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Das Branding als Körperschmuck hat eine lange Geschichte. Diese beginnt allerdings nicht im Tattoo-Studio, sondern bei der Viehzucht.

Damit die Besitzer ihre Tiere auseinander halten konnten, brannten sie ihnen mit einem heißen Eisen ein bestimmtes Symbol auf die Haut. Das verbrannte Gewebe vernarbte, sodass das Zeichen für immer sichtbar blieb.

Mittlerweile sind Brandings Teil des Körperkults. Tattoo- und Piercing-Fans lassen sich mit einem heißen oder auch kalten Eisen Muster in die Haut brennen.

Im Gegensatz zu anderem Körperschmuck lässt sich ein Branding nicht oder nur sehr schwer wieder entfernen. Narben bleiben in jedem Fall zurück, es kann lediglich die Form und Tiefe der Verletzung verändert werden.

Unterschiedliche Formen des Brandings

Heißes Branding

In der Regel ist das Brandings nicht größer als etwa fünf Millimeter. Da die zurückbleibende Narbe jedoch größer wird als das verwendete Eisen, müssen sehr filigrane Materialien verwendet werden, um das Branding zu setzen. Meist wird hierfür Chirurgenstahl verwendet. Dieser wird in Form gebogen, anschließend erhitzt und dann auf die gewünschte Stelle am Körper aufgesetzt.

Das Material bleibt nur für einen kurzen Augenblick auf der Haut, gerade solange, bis die obersten beiden Hautschichten verbrannt sind. Bei komplizierten Mustern werden teilweise auch nacheinander verschiedene Eisen verwendet.

Das Branding wird dann quasi direkt auf der Haut zusammengesetzt. Führt ein nicht fachkundiger Piercer oder Tätowierer das Branding aus, so kann es passieren, dass Sehnen oder Blutgefäße beschädigt werden.

Das Branding kann nur an absolut ebenen Körperstellen gesetzt werden. Bei Rundungen bestünde die Gefahr, dass das Muster ungleichmäßig und verzerrt wäre.

Kaltes Branding

Hierbei wird das Eisen nicht erhitzt, sondern mit flüssigem Stickstoff auf etwa –100 Grad Celsius herunter gekühlt. Den Umgang mit der gefährlichen Substanz sollten nur erfahrene Profis wagen.

Kalte Brandings sind um einiges gefährlicher als heiße, da sie sich leicht entzünden können. Beim heißen Branding werden Bakterien und Keime durch die Hitze abgetötet, beim kalten Branding ist dies nicht der Fall.

Allerdings bevorzugen manche Kunden diese Methode, da beim heißen Branding oft Hautfetzen am Eisen hängenbleiben und das Ergebnis folglich ungleichmäßig ausfällt.

Die richtige Pflege

Das Branding verursacht immer Schmerzen, schließlich handelt es sich um ernsthafte Verbrennungen. Das Tückische hierbei ist jedoch, dass das Brennen selbst viel weniger weh tut als das Abheilen. Nach ein paar Tagen bildet sich Schorf über der verbrannten Haut, anschließend entsteht die gewünschte Narbe.

Auch bei einem heißen Branding ist die Gefahr einer Infektion groß, schließlich handelt es sich um eine offene Wunde. Daher sollte nach dem Brennen auf eine überaus penible Körperhygiene geachtet werden.

In den ersten Tagen braucht die Verletzung möglichst viel Luft, um abzuheilen. Enge Kleidung stört nicht nur den Heilungsprozess, sondern kann auch überaus schmerzhaft sein.

Sobald sich Schorf auf der Wunde gebildet hat, kann eine leichte Wundcreme aufgetragen werden, damit das Gewebe elastisch bleibt.

Sollte die betroffene Stelle übermäßig jucken oder gar nässen, so ist dringend ein Arzt zu konsultieren. Jede Abweichung vom normalen Heilungsprozess könnte ein Anzeichen auf eine Infektion sein.

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Relevante Behandlungsmethoden Wundcreme

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