Eigenhaartransplantation

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. N. Schmidt
  • Überarbeitet: 02.10.2013
  • Artikel: 27.10.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Ein Mann mit Geheimratsecken

©iStockphoto.com/herkisi

Anzeigen

Bei der Eigenhaartransplantation oder Eigenhaarwurzelverpflanzung erfolgt eine Umverteilung gesunder und niemals von Haarausfall (Alopezie) bedrohter Haarwurzeln in ehemals behaarte Gebiete mittels moderner Mikrochirurgie und Laser.

Zum Einsetzten der Haare gibt es unterschiedliche Implantationsverfahren (Slittechnik, Hohlbohrer, Laser). Kahle Stellen werden so wieder mit eigenen Haarwurzeln und völlig natürlich wirkendem Haar aufgefüllt. Damit wird eine optische Verbesserung erreicht.

Es wird ein jüngeres Aussehen gegeben, der natürliche Kopfschmuck des Menschen, das Haar kommt besser zur Geltung und zudem ist auch wieder ein natürlicher Sonnenschutz vorhanden.

Eine solche Maßnahme sollte jedoch nicht durchgeführt werden, wenn dichtes Haar vorhanden ist und noch dichteres Haar gewünscht wird. Auf ehemals kahlen Stellen auf dem Kopf oder in anderen Körperregionen wachsen mit nie geglaubter Natürlichkeit wieder neue Haare.

Bei technisch guter Durchführung merkt die Umgebung nichts von dem Eingriff, nicht einmal dem Friseur fallen Narben oder Ähnliches auf.

Was wird transplantiert?

Transplantiert werden vorhandene Haargruppen, sogenannte „Follicular Units“. Sie variieren nach Individuum und Alter der betreffenden Person.

Ihren eigentlichen Fortschritt verdankt die moderne Haarchirurgie jedoch der Präparation von Kleinsttransplantaten. Dabei werden für die Übergangszonen Micrografts (ein bis zwei Haare) verwendet und Minigrafts (drei bis fünf Haare) für die übrigen Transplantationsareale. So wird die Empfängerzone mit fließenden Übergängen ästhetisch gestaltet.

Welche Vorbereitungen sind vor der Eigenhaartransplantation nötig?

Vor der Eigenhaartransplantation werden die spezielle Haarsituation des Patienten, sowie die Qualität des Spenderbereiches beurteilt. Dabei müssen krankhafte Glatzenbildungen ausgeschlossen werden (z.B. kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)).

Um einer übertriebenen Erwartungshaltung vorzubeugen, muss noch einmal betont werden, dass es sich bei der Haarverpflanzung nicht um eine Haarvermehrung, sondern um eine Umverteilung aus einem dominierenden Spenderareal auf eine kahle oder ausgedünnte Empfängerstelle handelt.

  • Über Vorerkrankungen bzw. Medikamenteneinnahme jeglicher Art sollte der Arzt informiert werden.
  • Medikamente können meist wie gewohnt eingenommen werden.
  • Gerinnungshemmende Medikamente wie Acetylsalizylsäure (Aspirin®) müssen drei Tage vor der Behandlung abgesetzt werden.
  • Die Einnahme von Vitamin-E- und -C- Präparaten sollte ebenfalls drei Tage vorher abgesetzt werden.
  • Die Haare sollte man vorher möglichst lang wachsen lassen, damit die Operationsgebiete gegebenenfalls mit Haar überdeckt werden können.
  • Zur Operation sollte man eine ausreichend große Kopfbedeckung (am besten Baseball Kappe) mitbringen.

Wie läuft die Eigenhaartransplantation ab?

Die Wurzeln werden bei der Eigenhaartransplantation schmerzfrei in örtlicher Betäubung entnommen. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich, es wird allenfalls eine Beruhigungstablette verabreicht.

Die Entnahmestelle wird mikrochirurgisch vernäht. Es verbleibt eine feine strichförmige Narbe, die vom Haupthaar überdeckt wird. Entsprechend geschultes Personal präpariert die Haarwurzeln. Diese kleinsten Einheiten (Grafts oder „Follicular Units“), bestehend aus einer oder zwei und drei Haarwurzeln werden in kleinste feine Hautkanälchen transplantiert.

Zur Rekonstruktion von Haaransatz und Geheimratsecken werden Einzelhaare verwendet. Dahinter werden dann Zweier- und Dreierhaargruppen transplantiert. Somit wird ein völlig natürliches Aussehen erreicht.

Die Behandlungszeit liegt zwischen zwei und vier Stunden, je nach Größe der zu behandelnden Fläche.

Wie verhält man sich nach der Eigenhaartransplantation?

  • Nach dem Eingriff ist körperliche Schonung für drei Tage erforderlich.
  • Haare waschen ist ab dem dritten Tag nach der Operation erlaubt.
  • Leichter Sport ist nach einer Woche, Leistungssport nach zwei Wochen möglich.
  • Solarium und Sauna sollten für vier Wochen gemieden werden.
  • Gegen kurzen Aufenthalt in der Sonne ohne Kopfbedeckung bestehen keine Bedenken. Längerer Aufenthalt in der Sonne ist mit Kappe möglich.
  • Baden (Salzwasser oder Hallenbad) ist eine Woche nach der Operation erlaubt.
  • Gesellschaftsfähigkeit besteht nach zehn bis vierzehn Tagen. Das Haarwachstum beginnt allerdings erst nach drei Monaten, da sich die verpflanzten Haarwurzeln erst in der neuen Umgebung regenerieren müssen.
  • Das Infektionsrisiko ist gering, da die Kopfhaut gut durchblutet ist und Antibiotika gegeben werden. Der Eingriff erfolgt nur in den oberen drei bis fünf Millimeter der Haut, dementsprechend sind mögliche Nebenwirkungen zu werten.
  • Örtliche Krustenbildung besteht nach der Operation für sieben bis zwölf Tage, Schwellungen im Stirnbereich sind für drei bis fünf Tage möglich.
  • Ein vorübergehendes Taubheitsgefühl im Wundbereich ist möglich, die normale Kopfhautsensibilität kehrt nach zwei bis vier Wochen zurück, selten nach mehreren Monaten.

Wie wird nach der Eigenhaartransplantation nachbehandelt?

Eine Kontrolle erfolgt am Tag nach der Behandlung. Die Fäden (Hinterkopf) werden nach zwei Wochen beim Hausarzt oder Hautarzt oder beim behandelnden Arzt entfernt.

Eine Kontrolle des Haarwachstums wird nach sechs Monaten empfohlen (Fotodokumentation). Man kann insgesamt etwa 50 Prozent aller Haarwurzeln aus dem Hinterkopf in mehreren Behandlungen entfernen, ohne dass es optisch auffällt.

Mehrere Haartransplantationen sind erforderlich, wenn der Haarausfall fortschreitet oder eine höhere Haardichte in bereits behandelten Gebieten gewünscht wird. Um eine Optimierung zu erreichen, kann in einer zweiten oder dritten Sitzung der transplantierte Bereich nochmals verdichtet werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Eingriffen sollte mindestens sechs Monate betragen.

Mehr zu den Themen Eigenhaartransplantation, Kosmetik, Haare
Relevante Symptome Haarausfall, dünnes Haar
Relevante Behandlungsmethoden Eigenhaartransplantation, Haartransplantation, Antibiotika

Anzeigen

Gesundheitsfragen zum Thema

Stellen Sie hier Ihre individuelle Gesundheitsfrage