Hyposensibilisierung

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 14.05.2010
  • Artikel: 26.10.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Frau bekommt eine Spritze in den Arm

©iStockphoto.com/AvailableLight

Anzeigen

Hyposensibilisierung ist die bisher wirksamste Therapie bei Allergien. Es handelt sich um eine Art Allergie-Impfung. Je früher sie im Krankheitsverlauf eingesetzt wird, desto größer ist die Chance, die Allergie für immer zu überwinden.

Hyposensibilisierung – Anwendungsgebiet

Hyposensibilisierung kann bei Allergien der Atemwege (Pollenallergie (Heuschnupfen) und Asthma) angewandt werden. Einen Heuschnupfen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. In rund 30 Prozent der nicht sorgfältig behandelten Fälle breitet er sich auf die unteren Atemwege aus. Es kann zu einem Asthma bronchiale kommen.

Auch Bienen- und Wespengiftallergien werden mit Hyposensibilisierung behandelt. In Zukunft sollen auch Neurodermitiker hyposensibilisiert werden können.

Hyposensibilisierung – Funktionsweise

Das überempfindliche Immunsystem des Allergie-Patienten wird kontinuierlich an die allergieauslösenden Substanzen gewöhnt. Durch die Anwendung modernster Allergenpräparate erzielt die Hyposensibilisierung bereits bei neun von zehn Patienten eine rasche und deutliche Besserung.

Jede Behandlungslösung muss dabei individuell für den Patienten hergestellt werden. Deren Zuführung durch den Arzt kann in Tropfenform oder als Injektion unter die Haut erfolgen.

Welche Allergene werden bei der Hyposensibilisierung eingesetzt?

Die Allergene, die dem Patienten bei der Hypobilisierung eingesetzt werden, stammen von Pollen, Milben, bestimmten Schimmelpilzen und gelegentlich Berufsallergenen (z.B. Mehle). Auch mit Tierhaaren und Insektengiften lässt sich eine Hyposensibilisierung durchführen. Diese Behandlung ist jedoch besonders gefährlich, weil diese Allergene sehr stark wirksam sind und dementsprechend häufig Nebenreaktionen auftreten.

Welche Nebenwirkungen hat die Hyposensibilisierung?

An der Einstichstelle der Spritze kann es nach einiger Zeit zu einer kleinen Gewebeverhärtung kommen. Diese baut sich in einigen Fällen erst nach mehreren Jahren ab. In seltenen Fällen treten Müdigkeit, Nervosität und Kopfschmerz auf. Da dem Patient diejenigen Stoffe verabreicht werden, die ihn normalerweise krank machen, kann es zu örtlichen Reaktionen der Haut kommen.

Sehr selten treten schwere Nebenwirkungen bis hin zum anaphylaktischen Schock auf. Deshalb sollte die Behandlung immer nur von einem Arzt durchgeführt werden, der jederzeit die Nebenwirkungen behandeln kann. Dosierung und Zeitraum der Injektionen müssen individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Der Patient muss sich nach der Spritze noch mindestens 30 Minuten in der Praxis des Arztes aufhalten, denn innerhalb dieser Zeit kann eine allergische Sofortreaktion auftreten. Treten später deutliche Reaktionen auf, sollte er den Arzt beim nächsten Besuch informieren, damit die Dosis nicht gesteigert wird.

Wie lange dauert die Behandlung?

In der Regel ist eine Behandlung nach mehreren Spritzen in kontinuierlichen Abständen spätestens nach insgesamt drei Jahren beendet. Dabei hängt die Dauer der Hyposensibilisierung von vielen Faktoren ab: Stärke der Allergie, Dauer der Beschwerden, Alter des Patienten, Art des Allergens.

Wie erfolgreich ist die Hyposensibilisierung?

Am erfolgversprechendsten ist eine Hyposensibilisierung bei neu aufgetretenen Allergien und besonders bei Kindern und Jugendlichen. Die besten Ergebnisse zeigten sich insgesamt bei Bienen- und Wespengiftallergenen (Erfolgsrate 90 Prozent). Die Behandlungserfolge bei Pollenallergien lagen bisher bei 80 Prozent, für Milben- und Schimmelpilzallergene liegt die Erfolgsrate niedriger.

Mehr zu den Themen Hyposensibilisierung, Allergie
Relevante Behandlungsmethoden Desensibilisierung, Impfungen

Anzeigen

Gesundheitsfragen zum Thema

Stellen Sie hier Ihre individuelle Gesundheitsfrage