Kaufsucht

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 15.02.2010
  • Artikel: 10.09.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Frau mit vielen Einkaufstaschen

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Die Kaufsucht (Oniomanie) ist eine psychische Störung, die durch zwanghafte und wiederholte Käufe von Materialien oder Dienstleistungen gekennzeichnet ist. Sie gehört zu den stoffungebundenen Suchterkrankungen wie die Internetsucht oder die Sexsucht.

Die Sucht äußert sich durch Entzugserscheinungen, Dosiserhöhungen, Wiederholung, Schwitzen, Depressionen und Zittern.

Ursachen der Kaufsucht

Die Kaufsucht kann viele Anlässe haben. Die wahre Ursache liegt meist in der Kindheit und hängt mit mangelnder Zuwendung und Anerkennung von Eltern oder Freunden zusammen. Der Kauf suggeriert dem Betroffenen einen Ersatz für die fehlende Zuwendung, Liebe und Anerkennung.

Die Betroffenen haben meist ein zu geringes oder gar fehlendes Selbstwertgefühl, leiden häufig an Depressionen, Ängsten oder sind unzufrieden mit ihrem äußeren Erscheinungsbild. Das Kaufen befriedigt das Selbstwertgefühl, jedoch schlägt die Suchtbefriedigung schnell in Schuldgefühle und Depressionen um, die wiederum durch erneute Käufe verdrängt werden sollen.

Anzeichen einer Kaufsucht

Der Süchtige kauft ungewöhnlich häufig ein und spezialisiert sich dabei auf bestimmte Produktgruppen (Frauen eher auf Kleidung und Make up, Männer eher auf Elektrogeräte). Nach dem Einkauf kommt es meist zu Schuldgefühlen. Daher versteckt oder verschenkt der Süchtige die Einkäufe oder erfindet Begründungen dafür.

Folgen der Kaufsucht

Gefährlich wird die Kaufsucht, wenn es zu hoher und steigender Verschuldung kommt, die Beziehungs- oder Arbeitslosigkeit nach sich ziehen kann. Die Betroffenen werden depressiv. Sie schämen sich und kapseln sich daher immer mehr von Ihrem Umfeld ab. Die Kaufsucht kann außerdem andere Suchtarten auslösen.

Anfälligkeit für Kaufsucht

Die Betroffenen sind meist Menschen mit geringem Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewusstsein. Dabei handelt es sich zu 60 Prozent um Frauen jeglicher Altersklassen. Insgesamt sind 9 Prozent der Bundesbürger betroffen und rund 25 Prozent gefährdet.

Therapiemöglichkeiten

Damit die Therapie Sinn macht, muss sich der Betroffene seine Sucht selbst eingestehen. Dann sollte er professionelle psychologische Hilfe holen. In der Therapie werden Ursache und Auslöser der Sucht bekämpft, zum Beispiel die Unzufriedenheit mit Arbeitsstelle oder Beziehung. 

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