Methoden der Handchirurgie

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 15.02.2010
  • Artikel: 23.11.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Eine Hand wird für eine Operation sterilisiert

©iStockphoto.com/zilli

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Die Handchirurgie ist ein wichtiges Teilgebiet der plastischen Chirurgie, das sich aus Allgemeinchirurgie, Orthopädie und plastischer Chirurgie entwickelt hat.

Die grundsätzlichen Methoden der plastischen Chirurgie finden hier besonders komplex und differenziert ihre Anwendung. Es müssen viele Methoden miteinander kombiniert werden, um den auf engstem Raum zusammenliegenden Strukturen gerecht zu werden, denn der Aufbau der Hand ist hochkompliziert.

Sie setzt sich aus einer Vielzahl von Knochen, Sehnen, Muskeln und sonstiger Teile zusammen, ihre Modulationsfähigkeit ist erheblich. Sie ist sowohl zu enormen Kraftleistungen bei Sportlern und Schwerstarbeitern fähig, als auch zu filigranen Bewegungen von großer Geschicklichkeit, zum Beispiel beim Musiker.

Zudem ist die Hand ein sehr exponierter Körperteil des Menschen: Sie wird nicht durch Kleidung oder besonders dicke Haut geschützt und ist dadurch verletzungsgefährdeter. Schon kleinste Verletzungen und Erkrankungen betreffen daher oft mehrere strukturelle Einheiten und haben gravierende Folgen.

Wann wird die Handchirurgie angewendet?

40 Prozent aller Unfälle beinhalten Verletzungen der Hand. Unfallchirurgen spezialisieren sich daher oft auf die Handchirurgie. Durch Verlagerung von Haut und Weichteilgewebe, Knochen, Nerven, Blutgefäßen, Sehnen und Muskeln können diese Fehlbildungen und somit Funktionalität und ästhetisches Erscheinungsbild verbessert werden. Die Mikrochirurgie hat komplexe Ersatzoperationen wie den Zehentransfer vom Fuß auf die Hand möglich gemacht. Auch abgetrennte Finger oder Gliedmaßen können so reimplantiert werden.

Für Weichteilverletzungen stehen die Techniken der Transplantation und Lappendeckung zur Verfügung. Die Mikrochirurgie ermöglicht die Rekonstruktion von Nerven und Gefäßen. Für Knochenbrüche an der Hand ist spezielles Instrumentarium entwickelt worden, um frühfunktionelle, übungsstabile Knochenverbindungen (Osteosynthesen) operativ herstellen zu können.

Fortschritte wurden auch durch Muskelverpflanzungen zur Wiederherstellung gelähmter Extremitäten erzielt. In Kombination mit Operationen an den Nerven lassen sich manchmal völlig funktionslose Arme wieder für Hilfsfunktionen verfügbar machen. Dies ist allerdings nur durch eine besondere Ausbildung und langjährige Berufserfahrung des Handchirurgen zu erreichen.

Auch Fehlbildungen der Hand liegen im Arbeitsbereich der Handchirurgen. Diese Fehlbildungen gehören zu den häufigsten am menschlichen Körper und kennen erstaunliche Variationsbreiten. Völliges Fehlen von Fingern oder das Vorkommen zusätzlicher Finger, zusammengewachsene Finger oder Form- und Größenveränderungen machen das breite Spektrum der Fehlbildungen aus. Sie können auch die Handwurzel oder die gesamte obere Extremität betreffen.

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