Nulldiät

  • Autor: 
  • Qualitätssicherung: Dr. Nikola Schmidt
  • Überarbeitet: 26.04.2013
  • Artikel: 26.10.2009
  • © 2009 Gesundheitkompakt
Weißer leerer Teller

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Bei der Nulldiät wird nur Wasser bzw. Tee getrunken. Dies steht im Gegensatz zum Fasten, bei dem auf feste Lebensmittel verzichtet wird, Suppen oder Säfte jedoch erlaubt sind.

Somit kann die Nulldiät auch als totales Fasten bezeichnet werden und unterscheidet sich vor allem in der Zielsetzung vom Fasten. Dieses hat meist einen religiösen Hintergrund und wird nicht hauptsächlich wegen Übergewicht angewandt.

Die Nulldiät hat das Hauptziel der starken Gewichtsreduzierung in wenigen Tagen.

Gesundheitlich kritisieren viele Ärzte zu Recht diese Form der Diät, da auch mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten die eklatante Nährstoffunterversorgung nicht ausgeglichen werden kann. Mangelerscheinungen wie Konzentrationsschwäche bis hin zu Schwindelgefühlen und Ohnmacht sind bei der Durchführung der Nulldiät nicht unwahrscheinlich.

Schlimmer wird es, wenn zusätzlich Sport betrieben wird. Durch fehlende Nährstoffe können die Muskeln nicht arbeiten und so werden Krankheitsbilder, wie vorzeitige Arthrose oder auch Gicht, begünstigt.

Nulldiät  – Abnehmen

Eine Nulldiät macht nur über einen maximalen Zeitraum von zehn Tagen Sinn. Bis zu dieser Grenze ist der Stoffwechsel noch auf einem relativ normalen Niveau. Ab dem vierten Tag ohne Nahrungsaufnahme werden die Energiereserven entleert, sowohl im Unterhautfettgewebe als auch in der Leber.

Nach zehn Tagen stellt der Körper seinen Stoffwechsel „verlangsamt“ (katabol) ein. Er geht auf „Sparflamme“ und wird in den nächsten Tagen vermehrt Muskulatur abbauen, da einige Fettreserven, wie das Organ- und Gehirnfett, aus überlebenswichtigen Gründen niemals angegriffen werden kann.

Nach diesem Zeitraum macht ein weiterer Verzicht auf Kalorien keinen Sinn mehr. Wird wieder normal gegessen, entsteht zwar ein Jo-Jo-Effekt, aber in den meisten Fällen bleibt das erreichte Gewicht niedriger als das Anfangsgewicht. Nach der Diät sollte man sich eine Sportart suchen, die Spaß macht. Ein zweimaliges Sportprogramm pro Woche über mindestens 60 Minuten kann das erreichte Gewicht stabilisieren.

Nulldiät – Gesund oder Gefahren

Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten muss eine Nulldiät für die breite Masse der Bevölkerung abgelehnt werden. Sie kann zu schweren Schäden am Körper führen. Es existieren zu wenig wissenschaftliche Studien über Folgeerkrankungen sowohl bei einmaliger als auch bei mehrmaliger Durchführung.

Für Kraftsportler mit erhöhter Muskelmasse und kontrolliertem Ernährungsverhalten ist die Nulldiät einmal pro Jahr nicht unbedingt schädlich. So kann die Leber entleert und Unterhautfettgewebe abgebaut werden.

Der Kraftsportler verfügt über einen Puffer an Muskulatur, sodass gesundheitliche Folgeerscheinungen nicht zu erwarten sind. In dieser Zeit sollte kein Kraft- und kein Ausdauersport getrieben werden.

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